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Wie erstelle ich ausgewogenene Mahlzeiten für meinen Hund?

Es kann sein, dass dieses Thema zu Beginn überfordernd wirkt. Doch wir können dich beruhigen: auch wir haben nicht von heute auf morgen die perfekten Mahlzeiten für Pino zusammenstellen können. Sicher ist nur: Je länger du dich mit dem Thema auseinandersetzt, desto einfacher fällt es dir, ausgewogene Mahlzeiten für deinen Hund zu erstellen – und plötzlich ist es das einfachste der Welt.


Grundsätzlich kann man sagen, dass es zwei Schritte bis zur ausgewogenen Mahlzeit braucht. Diese erklären wir dir hier:

Erster Schritt: Futterration berechnen

Die Futtermenge ist ein individueller Faktor, den man nicht einfach mit einer Formel bestimmen kann. Bei uns Menschen ist das ja auch nicht anders. Der eine isst riesige Portionen und bleibt schlank, der andere muss ein Stück Kuchen nur ansehen und hat schon zugenommen.

So gibt es verschiedene Faktoren, welche die Futtermenge deines Hundes beeinflussen. Diese sind:

  • Alter
  • Aktivität
  • Läufigkeit der Hündin
  • Kastration
  • Stoffwechsel
  • Trächtigkeit

Mit den folgenden Formeln kannst du die Futtermenge für deinen Hund grob festlegen. Betrachte die errechnete Menge als Richtwert und halte das Gewicht deines Hundes bei der Mengenumstellung im Auge, um die Menge bei einer Zunahme oder Abnahme des Gewichtes zu korrigieren.

Alter% vom Körpergewicht
2 – 6 Monatejede Grösse 6-7% vom Körpergewicht
7 -9 Monatejede Grösse 5-6% vom Körpergewicht
10 – 13 Monatejede Grösse 4-5% vom Körpergewicht
ausgewachsener Hund
  • 1-15 kg = 4% vom Körpergewicht
  • 16-30 kg = 3% vom Körpergewicht
  • 31-60 kg = 2% vom Körpergewicht

Ein Beispiel: Ein Hund, der 10 kg wiegt sollte täglich 400 g Futter zu sich nehmen.

Zweiter Schritt: Mahlzeit zusammenstellen

Die Zusammensetzung des Futters besteht grundsätzlich aus fünf Anteilen: Proteine, Kohlenhydrate, Vitamine/Mineralstoffe, Fette und Ergänzungsfuttermittel. Diese Anteile sind aber nicht für jeden Hund dieselben. Denn ein erwachsener Hund benötigt beispielsweise weniger Protein als ein Junghund oder einer trächtigen Hündin.

  • Ausgewachsener Hund: ca. 40% Proteine, 40% Kohlenhydrate, 18% Vitamine und Mineralstoffe, 2% Fette und ab und zu die Nahrungsergänzung
  • Welpe: 60-70% Proteine, 20% Stärke, 10% Vitamine und Mineralstoffe, 2% Fette und ab und zu die Nahrungsergänzung für Welpen
  • Trächtige Hündin: 60-70% Proteine, 20% Stärke, 10% Vitamine und Mineralstoffe, 2% Fette und ab und zu die Nahrungsergänzung für Strächtige Hündinnen
  • Senior/innen: ca. 40% Proteine, 40% Kohlenhydrate, 18% Vitamine und Mineralstoffe, 2% Fette und ab und zu die Nahrungsergänzung für Senior/innen

Wichtig: Wenn dieser Prozentanteil mal nicht stimmt, wird dein Hund nicht von heute auf morgen krank. Halte dir vor Augen, nach welchen Kriterien du deinen eigenen Teller füllst. Das kann dir helfen beim Thema Hundefutter etwas entspannter zu bleiben.

Die Ernährungspyramide für ausgewachsene und gesunde Hunde

Zurück zu unserem Beispielhund: Da seine Mahlzeit insegsamt 400g gross ist, würde er verteilt betrachtet 100g Fleisch, 60g Hüttenkase, 160g Reis, 80g Karotten und einem TL Leinsamenöl erhalten. 2-4 mal die Woche sollte dein Hund ein Nahrungergänzungmittel erhalten, da Hunde einen erhöhten Bedarf an Vitamin B12, Vitamin D, Zink, Kupfer und Kalzium haben, als wir Menschen.

Wie oft füttern?

Wie du die errechnete Futtermenge über den Tag verteilst, ist dir offen gestellt. Hunde können gut nur einmal am Tag essen, die meisten Menschen füttern ihren Hund jedoch zweimal täglich. Bei Welpen und Junghunden werden die Mahlzeiten auf kleine Portionen aufgeteilt und über den Tag verteilt verfüttert.

Ausnahmen gibt es aber auch hier: So leidet Pino an einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzungung. Das bedeutet, dass wir ihm dreimal am Tag kleinere Portionen füttern und seine Nahrung leicht verdaulich (fettarm, gut gekocht, kleine Stücke) ist.

Nährstoffe unter der Lupe

Wer jetzt noch nicht k.o. ist, kann sich an diser Stelle noch mehr Wissen über die einzelnen Anteile holen. Übrigens: Dieses Wissen kann auch spannend sein für deine eigene Ernährung.

Proteine

Proteine sichern den Erhalt der Körpersubstanz oder das Wachstum der Welpen. Enzyme und Hormone sind ebenfalls den Proteinen zuzuordnen, für deine Produktion benötigt der Körper die Aminosäuren aus der Proteinverwertung.

Entgegen der Annahme, dass Hunde ihr Protein aus dem Fleisch von Rind oder Huhn ziehen sollten, ist die Eiweissversorgung auch auf alternativem Wege möglich. Hunde gehören zur Gruppe der Carni-Omnivore, sogenannte Allesfresser mit Präferenz für Fleisch. Als «Fleisch- und Allesfresser» können sie Nährstoffe sowohl aus pflanzlichen als auch tierischen Quellen ziehen. 

Zu den tierischen Proteinen gehören z.B. Fleisch von Säugetieren oder Geflügel, Innereien wie Leber, Pansen oder Herz, Fisch wie Lachs oder Forelle, Ei- und Milchprodukte und Insekten. Pflanzliche Proteine finden sich im Getreide oder in Hülsenfrüchten wie Kichererbsen, Tofu und Linsen.

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate sind wichtige Energielieferanten für deinen Hund, aber auch für dich. Kartoffeln, Reis, Mais und verschiedene andere Getreidearten sind die bekanntesten Vertreter. Alternative Kohlenhydratquellen sind beispielsweise Maniok oder Topinambur.

Vitamine

Vitamine erfüllen vielfältige Aufgaben im tierischen Organismus. Einen Teil der Vitamine muss der Hund mit seiner Nahrung aufnehmen, teilweise werden Vitamine im Stoffwechsel synthetisiert. Es wird zwischen wasser- und fettlöslichen Vitaminen unterschieden. Wasserlöslich sind z.B. Vitamin C und B-Vitamine, fettlöslich sind die Vitamine A, D, E und K. 

Vitamine beinhalten Gemüse und Obst, wobei Obst weniger verfüttert werden sollte, da diese viel Fruchtzucker beinhalten, was in grossen Mengen nicht gut ist für deinen Hund.

Mineralstoffe

Mineralstoffe sind lebensnotwendige Substanzen. Ohne Mineralstoffe würde kein Herz schlagen, kein Muskel kontrahieren, kein Skelett stabil sein. Mineralstoffe lassen sich in Mengen- und Spurenelemente unterteilen. Mengenelemente sind unter anderem Calcium, Phosphor und Magnesium, zu den Spurenelementen zählt man zum Beispiel Eisen, Selen und Zink.

Mineralstoffe finden sich in allen Lebensmitteln. Die wichtigsten Mineralien sind Kalzium, Magnesium, Kalium, Natrium und Phosphor, zu den relevantesten Spurenelementen zählen Eisen, Chrom, Fluor, Kupfer, Iod, Mangan, Selen und Zink.

Fette

Vor allem ungesättigte Fettsäuren sind wichtige Nährstoffe für Hunde. Sie sind Lieferanten für Alpha- und Gamma-Linolensäure sowie Omega 3, 6 und 9. Mineralien und Vitamine (Vitamine E und A) sind im Öl oft enthalten. Nahrungsfette sind Träger fettlöslicher Vitamine (Vitamine A, D, E und K), die für den Körper lebensnotwendig sind. Ohne Fette könnte der Körper diese nicht richtig verwerten.

Geeignete Öle für deinen Hund sind: Leinöl, Lachsöl oder Hanföl, Nachtkerzenöl.

Ergänzungsfuttermittel

Hunde haben einen erhöhten Bedarf an Vitamin B12, Vitamin D, Zink, Kupfer und Kalzium als wir Menschen. Daher ist es wichtig, dass wir das selbstgemachte Futter gelegentlich mit einem Ergänzungsfuttermittel upgraden.

Wenn du noch mehr über die artgerechte Ernährung von Hunden erfahren willst, können wir dir das Buch «Ganzheitliche Ernährung für Hund und Katze» von Dr. Natalie Dillitzer sehr empfehlen.

Fragen?

Bei Fragen oder Unsicherheiten kannst du uns jederzeit hier kontaktieren.

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